Noch keinen Monat ist es her, da war Weihnachten. Wie jedes Weihnachten gab es für meine Lieben viele Geschenke. Ich habe schon oft erwähnt wie viel es mir bedeutet, dass ich nachhaltige Sachen und vorallem selbstgemachte Sachen verschenke. So auch letztes Weihnachten.
Ich fange mit dem Bericht über das Geschenk für meinen Bruder an. Auch hier habe ich schon häufiger erwähnt, dass er sehr gerne DSA (das schwarze Auge) spielt. Das ist ein Spiel, welches unter die Kategorie Pen and Paper fällt. Man spielt das Spiel eigendlich in einer Runde mit 1-x Spielern. Alle um einen Tisch versammelt. Jeder hat seinen eigenen Charakter, der auf einem Papierbogen niedergeschrieben ist (Paper). Man durchlebt mit dieser Gruppe Abenteuer, Höhen und Tiefen und diese werden natürlich immer wieder auf dem Papier, möglichst mit einem Bleistift (Pen), notiert. Neben dem Charakterbogen haben die Würfel auch eine besondere Bedeutung bei diesem Spiel. Denn die Würfel bestimmen ob das, was dein Charakter tun soll, gelingt oder scheitert. Sie entscheiden auch in welcher Art du die Aufgabe ausführst, ob es ein Meisterwerk oder die totale Katastrophe wird. Kurzum, die Würfel sind wichtig. Es gibt in dem Spiel 6seitige, 20seitige, 30seitige, 3seitige und noch mehr Würfel. Einer der häufigst genutzten ist der 20er Würfel.
Ich stöbere oft im Internet, v.a. bei Pinterest und suche dort nach Inspirationen für neue Projekte. So war auch bei diesem Projekt die Hauptquelle Pinterest. Ich habe ein Bild von so einer Ledertasche gesehen und gedacht: Das muss ich ausprobieren!
Schnell habe ich mich schlau gemacht, wie man einen 20 Seitigen Würfel baut, aus 20 gleichseitigen Dreiecken. Besagte Dreiecke müssen alle gleichgroß sein. Die Größe der Dreiecke habe ich geschätzt. Groß genug, damit die Verarbeitung gut gelingt und klein genug, dass ich mir die Finger nicht blutig nähe bzw der Würfel nicht instabil wird.

Wie auch bei der Würfelschale hatte ich noch Lederreste zuhause. (Es ist wirklich unglaublich, was für wertvolle Schätze die Menschen als Müll bezeichnen und behandeln. Umso besser, wenn sie neues Leben eingehaucht bekommen.)
Das Leder was ich noch hatte, war allerdings relativ weich, sodass es einlagig nie genug Stand entwickelt hätte, um als Würfelbox schön auszusehen. Also habe ich nicht 20 Dreiecke sondern 40 zugeschnitten und diese aneinander geklebt. Ich hoffte das Leder durch den Kleber und die zusätzliche Lage Leder zu verstärken und zu verhärten. Es gelang. Das Leder war zwar immernoch nicht perfekt, aber für meinen 1. Würfel definitiv ausreichend.

Jetzt kam das anstrengende. Als nächstes mussten Löcher vorgestochen werden, damit ich die Dreiecke zu einem Würfel nähen konnte. Ich probierte ein paar Techniken aus. Stanzen ging, war allerdings relativ ungenau und auf der Rückseite wurde es durch die beiden Lederschichten etwas unsauber. Bohren wäre theoretisch auch gegangen, aber dazu war das Leder noch zu weich. Schlussendlich habe ich es mit einem Lederpfriem gemacht. Ich habe mir für eine Seite des Dreiecks 8 Löcher ausgesucht, dh. 21 Löcher pro Dreieck, was wiederum bedeutet , dass ich 420 Löcher stanzen musste. Es hat einige Zeit gekostet. Am Ende hatte ich sogar einen blauen Fleck auf meinem Handballen. (Ich wusste vorher garnicht, dass das möglich ist)

Passend zum Thema habe ich den Würfel während einer DSA Runde genäht. Ja, ich gehöre nun seit fast einem Jahr auch dazu. Durch Corona haben wir allerdings den Ort des Geschehens geändert. Wir spielen jetzt online. Zum Nähen habe ich ein gewachstes Garn verwendet und eine relativ lange Nadel mit geeignetem Öhr.
Bevor ich die Abnäher ,ich glaube nicht, dass man das so bei einem Würfel bezeichnet, aber Schneider wissen sofort was ich meine, geshclossen habe, habe ich den Würfel angemalt, bzw beschriftet. Das Beschriften geht eindeutig einfacher, solange der Würfel noch nicht seine Runde Form hat.
Und FERTIG



Ein bisschen Faden habe ich stehen lassen, damit man den Würfel gut binden kann.
Im Nachhinein ist mir aufgefallen, dass ich ein paar Löcher nicht gebraucht hätte, beim nächsten Würfel weiß ich es besser.